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Ein kleines Licht am Tunnelende? Plan für Wiedereröffnung der Schulen vorgelegt

Kultusministerin Susanne Eisenmann hat den Schulen ein Schreiben zukommen lassen, wie eine Wiederöffnung der Grundschulen ab dem 18. Mai vonstatten gehen soll. Zunächst werden die Viertklässler bis zu den Pfingsferien (02.06. bis 13.06) am Vormittag unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln in kleinen Verbänden und für gekürzte Zeiträume (etwa 10 Schulstunden pro Woche) in die Klassenzimmer zurückkehren. Nach den Pfingstferien sind dann auch die anderen Klassen dran. Dann wird es allerdings ein rollierendes System geben, das zunächst vorsieht, die Kinder im Zweiwochenrhythmus in die Schulen zu lassen. Die Eltern werden also weiter gefordert sein - wenn auch weniger als zuvor. Hier der genaue Wortlaut der für die Grundschule relevanten Passagen des Briefes:

Schrittweise öffnung der Grundschulen (zuerst Klasse 4) und der entsprechenden Klassen der sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ)

ln einem ersten Schritt beginnen wir mit Präsenzunterricht an den Grundschulen für Schülerinnen und Schüler der vierten Klassenstufe der entsprechenden Klassen der sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren zum 18. Mai 2020. Sie werden dann durchgängig bis zu den Pfingstferien an der Schule unterrichtet.

Rollierendes System für alle Grundschulkinder nach den Pfingstferien

ln einem zweiten Schritt nach den Pfingstferien, also ab dem 15. Juni 2020, ist beabsichtigt, auch die Schülerinnen und Schüler der anderen Klassenstufen an den Grundschulen und den Grundstufen der SBBZ in einem rollierenden System in der Präsenz zu beschulen. So sollen alle Klassenstufen bis zu den Sommerferien in den Präsenzunterricht einbezogen werden. Es ist vorgesehen, dann die Klassenstufen I und 3 sowie Klassenstufen 2 und 4 im wöchentlichen Wechsel an den Schulen zu unterrichten. Damit erhalten dann alle Klassenstufen bis zu den Sommerferien noch drei Wochen Unterricht an der Schule - die Viertklässler insgesamt fünf Wochen beginnend ab dem 18. Mai.

Vorrang für Deutsch, Mathematik und Sachunterricht

Vorrang haben die Fächer Deutsch, Mathematik und Sachunterricht sowie in der Klassenstufe vier die Vorbereitung auf den Übergang auf die weiterführende Schule. Für die Schülerinnen und Schüler in SBBZ und inklusiven Bildungsangeboten orientiert sich der Unterricht an den Zielen und lnhalten der individuellen Lern- und Entwicklungsbegleitung. Der Präsenzunterricht soll wöchentlich möglichst mindestens zehn Unterrichtsstunden betragen. Es ist gleichwohl nachvollziehbar, dass die schulorganisatorischen Rahmenbedingungen im Einzelfall unterschiedlich sind, weshalb Sie ausdrücklich für schulindividuelle Lösungen den entsprechenden Freiraum zur Gestaltung haben. Ergänzt wird der Präsenzunterricht weiter durch Fernlernangebote in digitaler Form oder als Arbeitspakete (Wochenpläne, Übungsblätter, etc. )

Unterricht in kleinen Gruppen

Der Unterricht muss im Vorfeld von den Schulen so organisiert werden, dass dem Abstandsgebot von mindestens 1,5 Metern Rechnung getragen wird und die Hygienevorgaben eingehalten werden. Der Präsenzunterricht ist in kleinen Gruppen vorzusehen. Entsprechend müssen die Lerngruppen auf mehrere Klassenzimmer aufgeteilt werden. Gegebenenfalls ist hierfür eine Anderung der Möblierung in den Klassenzimmern, d.h. eine Reduzierung der Tische und Stühle, erforderlich. Auch der Zutritt zur Schule (Ankommenssituation), die Pausensituation, das Aufsuchen der Toiletten und andere Bewegungsanlässe müssen geregelt werden.

Unterrichtsorganisation und -gestaltung

Soweit die örtlichen Verhältnisse dies zulassen, empfehlen wir, den Unterrichtsbeginn für verschiedene Klassen flexibel zu gestalten, damit eine gehäufte Begegnung zum Unterrichtsbeginn vermieden wird. Die Zeit des Unterrichtsbeginns soll daher entzerrt werden. Pausen sollen im Schulbetrieb so organisiert werden, dass die hygienischen Rahmenbedingungen wie etwa Abstandswahrung eingehalten werden können. Hierzu kann es notwendig werden, Pausen zeitlich versetzt einzuplanen oder Pausenbereiche zuzuweisen.

Notbetreuung weiter aufrechterhalten

Wie ich lhnen mit Schreiben vom 20. April 2O2O bereits mitgeteilt habe, bedingt das reduzierte Unterrichtsangebot, dass auch die Notbetreuung für Kinder aller Klassenstufen weiterhin vorgehalten werden muss. Sie wurde erweitert, da viele Eltern die Rückkehr in den Beruf bewerkstelligen müssen. Wer Präsenzpflicht am Arbeitsplatz hat und kein anderweitiges Betreuungsangebot für seine Kinder ermöglichen kann, soll die erweiterte Notbetreuung in Anspruch nehmen können.